Lebensrettung bei Herztod - Banner


Defibrillatoren - Defibrillation
(für Laien)


1 - Geschichte der elektrischen Defibrillation

Mitarbeiter von Elektrizitätswerken sind dem Risiko eines Stromunfalls sehr stark ausgesetzt. Deshalb unterstützten solche Unternehmen die wissenschaftliche Erforschung der Elektrotherapie. Und dies ist ihre Geschichte:

1898 - Prevost und Botelli
Prevost und Botelli beenden zum ersten Mal mittels elektrischen Stromes das Kammerflimmern am Tierherzen.

1947 - Dr. Claude Beck
Dr. Claude Beck berichtet 1947 über die erste erfolgreiche Defibrillation am menschlichen Herzen. Dabei wurde ein 60-Hz-Wechselstrom am offenen Brustkorb direkt an den Herzmuskel abgegeben.

50er Jahre - Kouwenhoven
Kouwenhoven brachte in den 50er Jahren am Brustkorb eines Hundes Elektroden an. Damit gelang ihm die erste externe Defibrillation.

50er Jahre - Zoll
Nur wenig später führte Zoll auf dieselbe Weise eine Defibrillation an einem Menschen durch.

Edmark und Lown
Edmark und Lown verbesserten diese Anwendung, indem sie Defibrillatoren mit Gleichstrom einsetzten.

Und die Entwicklung ging weiter: Aus anfänglich großen und schweren Defibrillatoren wurden kleine, leichte und einfach zu bedienende Geräte. Dann kam die Zeit der sprechenden halbautomatischen und automatischen Defibrillatoren. Auch implantierbare Defibrillatoren stehen inzwischen zur Verfügung.

Sie alle dienen dazu, immer mehr Menschen vor den Folgen des plötzlichen Herztodes zu bewahren - oder - anders ausgedrückt - dem Kammerflimmern ein Ende zu setzen.

2 - Der monophasische Defibrillationsimpuls

In den 60er Jahren wurde der monophasische Defibrillationsimpuls entwickelt. Mit ihm versuchte man mittels eines eindimensionalen Elektroschocks und hoher Energiemenge das Kammerflimmern zu beenden.

Der Erfolg monophasischer Defibrillatoren war zufriedenstellend. Leider führt diese Art der Defibrillation aber zu beträchtlichen Herzschädigungen. Hinzu kommt, dass der monophasische Impuls das Risiko eines erneuten Kammerflimmerns vergrößerte.

3 - Der biphasische Defibrillationsimpuls

In den 90er Jahren wurde dann der biphasische Defibrillationsimpuls entwickelt. Er versucht mit einem zweidimensionalen Impuls und niedriger Energiemenge, dem Kammerflimmern ein Ende zu setzen.

Durch die biphasische Defibrillation wurden die Herzschädigungen seltener und weniger schwerwiegend. Aber nicht nur das, biphasische Impulse sind auch wirksamer als monophasische.

4 - Der stromgesteuerte Impuls (Current Controlled Defibrillation)

Hier sind wir nun bei einem etwas schwierigen Thema angekommen. Aber es ist sehr wichtig, dass Sie diesen Punkt verstehen und so auch die Unterschiede - trotz gleicher Bezeichnung - erkennen. Denn im Grunde genommen werben die Hersteller alle damit, dass der Strom Ihres Defibrillators gesteuert.

Lassen Sie uns zunächst einmal die Themen, über die wir sprechen werden, auflisten (Stand: März 2011). Es sind dies

Der Brustwiderstand (O)
Fangen wir beim Patienten und seinem Brustwiderstand an. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Patientenwiderstand (Brustwiderstand) bei Erwachsenen beträchtlich variieren kann. Es wurden Werte von ca. 30 bis 200 Ohm gemessen, wobei der durchschnittliche Brustwiderstand bei 70 bis 100 Ohm liegt. Daraus möchte ich folgern, dass der Defibrillator, den man sich eventuell kaufen sollte, bei einem Wert zwischen 70 bis 100 Ohm gute Ergebnisse liefern sollte.

Der biphasische Impuls
Zum weiter oben diesbezüglich Geschriebenen möchte ich noch hinzufügen, dass bei der biphasischen Impulsform der Strom (A) von der positiven in die negative Richtung umgelenkt wird. Die postive Richtung - also Phase eins des biphasischen Schocks - sorgt für die Defibrillation. Die negative Richtung - also Phase zwei des biphasischen Schocks - verhindert eine Re(Zurück)fibrillation.

Die Impulskurve
Weiter unten werde ich Ihnen das, was ich Ihnen hier zu erklären versuche, grafisch darstellen. Im Moment erscheint mir nur wichtig, Ihnen die Unterschiede solcher Impulskurven zu verdeutlichen. Die meisten Kurven haben eine abgeschnittene Rückenflanke, wohingegen die Geräte der Metrax GmbH einen sogenannten Rechteckimpuls haben, was so viel bedeutet wie, dass die Geräte einen konstanten Impuls bieten, die Stromspitzen vermeiden.

Die Impulsdauer
Wenn Sie weiter unten die beiden Grafiken miteinander vergleichen, dann werden Sie feststellen, dass die Impulsdauerzeiten sehr unterschiedlich sind. Dies hat mit der Stromregelung zu tun. Wenn nämlich die Stromstärke (A) auf einen festen Sollwert geregelt werden kann, dann kann auch die Impulsdauer vorgegeben werden und muss nicht wegen Stromspitzen verkürzt werden. Ganz nebenbei: Solche Stromspitzen haben eine schädigende Wirkung auf das Herz des Patienten!

Der Strom (A)
Bei Metrax-Defibrillatoren wird die Stromstärke auf einen vorbestimmten Sollwert geregelt und die Impulsdauer fest vorgegeben. Darüber hinaus wird der Strom während der gesamten Impulsdauer (Schockabgabe) nachgeregelt, wodurch Stromspitzen vermieden werden.

Die Energie (J)
Bei der biphasischen Defibrillation benötigt man keine so große Energiemenge wie bei der monophasischen Defibrillation.

Unter "Der Strom (A)" haben wir gesehen, dass bei Metrax-Geräten die Stromstärke und die Impulsdauer vorgegeben sind. Da in die Berechnung der benötigten Energie nur noch der Brustwiderstand des Patienten mit einfließt, liefert das Ergebnis eine patientenindividuelle Anpassung der Defibrillationenergie.

Und nun drei Grafiken, die das Gesagte bei einem Brustwiderstand von ca. 90 O verdeutlichen sollen.

Grafik 1:

Defibrillator Impulskurve 01

Folgende Dinge fallen auf:

Grafik 2:

Defibrillator Impulskurve 02

Folgende Dinge fallen beim Metrax-Gerät positiv auf:

Grafik 3:

Defibrillator Impulskurve 03

Durch die Übereinanderlegung der beiden Grafiken werden die unter Grafik 1 und 2 genannten Unterschiede besonders deutlich.





WICHTIG! Bedenken Sie bitte, dass dieses Informationsportal für Laien verfasst wurde und deshalb seinen Schwerpunkt darauf legt, ein medizinisch schwieriges Thema, leicht verständlich zu erklären. Es ist also kein von Fachärzten veröffentlichtes Web-Projekt, sondern lediglich eine Ratgeber-Seite, die mit größter Sorgfalt erarbeitet und zusammengesetellt wurde.

Auf gar keinen Fall darf sie als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder eine vom Arzt verschriebene Behandlung angesehen werden. Wenn Sie gesundheitliche Probleme haben, müssen Sie unbedingt den Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen und dessen Rat und Medikation umsetzen!


Lebensrettung bei Herztod - Footer

© copyright by lebensrettung-bei-herztod.de