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Das Herz
(für Laien)


Das Herz - der Quell unseres Lebens
nur etwa faustgroß
und nur ungefähr 500g schwer
dennoch pumpt und pumpt und pumpt es Tag für Tag
von der Geburt - bis zum Tod
ob man schläft - oder ob man wacht
etwa 100 800 Mal am Tag
und etwa 2 391 480 000 Mal bis zur Rente mit 65 Jahren
und hoffentlich viele Jahre darüber hinaus.


1 - Einleitung

Das Herz

Im Wesentlichen besteht das Herz aus reiner Muskelmasse. Durch Bindegewebe getrennt, formt es vier Hohlräume:

Im oberen Drittel liegen die Vorhöfe. Die unteren zwei Drittel machen die Kammern aus.

Das obere Ende des Herzens ist etwas platt und wird Herzbasis genannt. Nach unten läuft es spitzer werdend zu. Deshalb nennt man das untere Ende Herzspitze.

Blickt man auf den Brustkorb (lateinisch Thorax), so liegt das Herz mittig und ragt in die linke Brustkorbhälfte hinein. Dabei verdreht es sich ein wenig und weist mit seiner Spitze in Richtung Hüfte. Der größte Teil des Herzens liegt aber hinter dem Brustbein (lateinisch Sternum).

Funktionell gesehen ist das Herz eine Druck-Saug-Pumpe. Dabei läuft das Blut generell von den Vorhöfen in die Kammern. Von dort aus wird es in die Kreisläufe ausgeworfen.

2 - Die Blutkreisläufe

Vereinfacht ausgedrückt werden durch den Herzkreislaufmechanismus

Im nachstehenden beschränken wir uns der Einfachheit halber auf die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) in ihrer Eigenschaft als Sauerstofftransporter zu den Zellen. Bildlich gesprochen geschieht Folgendes:

3 - Körperkreislauf und Lungenkreislauf

Körperkreislauf


Der Teil des Kreislaufes, in dem das Blutkörperchen zu den einzelnen Körperorganen geschoben wird, ist der große- oder der Körper-Kreislauf.

Lungenkreislauf




4 - Das linke und das rechte Herzanteil

Wenn in den Ausführungen immer wieder von "links" und "rechts" die Rede ist, so ist damit eine rein funktionelle Teilung gemeint. Anatomisch gesehen ist das Herz natürlich ein Teil. Der linke Vorhof, die linke Kammer, der rechte Vorhof und die rechte Kammer liegen nur durch "Wände" getrennt unmittelbar nebeneinander. Der Weg des Blutes aus der rechten zur linken Herzhälfte führt jedoch immer über die Lunge.

Auch dieser Umstand ist einfach zu verstehen, wenn man sich den Weg unseres Blutkörperchens nochmals vor Augen hält:

Das gesamte Blut nimmt also, wenn es bei der rechten Kammer ankommt, eine "Umleitung" über die Lunge, bevor es zum linken Herz gelangt und von dort wieder über die linke Kammer in den Körperkreislauf ausgeworfen wird. Die begriffliche Zuteilung "rechts" und "links" ergibt sich aus der Lage im Körper.

5 - Die Herzklappen

An dieser Stelle kommen die Herzklappen ins Spiel, die wir uns nun ein wenig näher ansehen wollen.

Füllphase der Vorhöfe Füllphase der Kammern Auswurfphase der Kammern neue Herzperiode

Eingangs hatten wir das Herz eine Druck-Saug-Pumpe genannt. Diese transportiert unsere Blutkörperchen durch den Körper. Dabei zieht sich das Herz rhythmisch zusammen, um Blut auszuwerfen und erschlafft wieder, um neues Blut aufzunehmen.

Man kann sich dies folgendermaßen vorstellen: Hält man beide Handflächen aufeinandergelegt in eine Schüssel Wasser und presst schlagartig die Handflächen ineinander, spritzt das Wasser in alle möglichen Richtungen davon. Öffnet man wieder die Hände, fließt sofort neues Wasser in die "Handflächenhöhle".

Um einen einwandfreien Blut-Kreislauf zu gewährleisten, muss unsere "Herzpumpe" die richtigen "Auslässe" haben. Diese müssen darüber hinaus während des Pumpens als "Rückschlagventile" fungieren. Dadurch wird ein Rückfluss des Blutes in die falsche Richtung verhindert. Mit anderen Worten: Zieht sich unser "Muskelei" zusammen, so kommt es naturgemäß zu einem Druckanstieg im Inneren des EiŽs. Das Blut wird dadurch in die Körperschlagadern gepresst. Währenddessen müssen zwei falsche Flussrichtungen verhindert werden, was durch Herzklappen gewährleistet wird.

Sind die Vorhöfe mit dem ankommenden Blut gefüllt, so zieht sich die Muskulatur zusammen. Zwischen dem Vorhofboden und der Kammerdecke befindet sich in ihrer Mitte eine Herzklappe, die AV-Klappe. Durch den Druck, der im Inneren des Vorhofes entsteht, wird nun diese Klappe aufgedrückt und das Blut strömt in die Kammer. Ist die Kammer gefüllt, so verschließt sich die AV-Klappe ("Rückschlagventil") und die Kammer zieht sich zusammen. Das Blut wird nun durch die sich öffnende Schlagadernklappe ("Auslass") gepresst und in den jeweiligen Kreislauf geworfen.

Um später die Fehler bei verschiedenen Herzkrankheiten zu verstehen, gebe ich hier nochmals einen kompletten Kreislaufzyklus wider:

6 - Das Sinusknotensystem

Nachdem wir nun die Pumpfunktion unseres Herzens verstanden haben, müssen wir die Frage nach der "Steuerung" klären. Wie kommt es zu einem derart geregelten Ablauf der einzelnen Herzaktionen?

Sinusknotensystem

Wie eingangs beschrieben, besteht unser Herz im Wesentlichen aus Muskelmasse. Diese ist von einzelnen nervenähnlichen "Leitungsbahnen" von der Herzbasis bis zur Spitze durchzogen. Die richtige Taktung geben dabei im Wesentlichen zwei "Knotenpunkte" vor.

An der Herzbasis liegt der Sinusknoten. Er gibt die Grundfrequenz vor. Jeglicher normale Herzrhythmusimpuls geht von ihm aus. Daher spricht man auch beim Gesunden vom (erwünschten) "Sinusrhythmus". Der im Sinusknoten generierte Impuls fließt als Mini-Strom über die AV-Leitungsbahnen von oben nach unten über den Vorhof. Dadurch veranlasst er die Vorhofmuskulatur, sich zusammenziehen und den Raum im Vorhof zu verkleinern. Dies führt zum gewünschten Druckanstieg.

Die Weiterleitung dieses Impulses zu den Kammern geschieht über den sogenannten AV-Knoten. Er liegt am Ende der Vorhofbahnen zwischen Vorhof und Kammer und hat zwei sehr wichtige Funktionen.

Die Ströme fließen also durch den AV-Knoten in die Kammern über und hier über die sogenannten Tawara-Schenkel. Dabei erregen sie Kammermuskulatur, die sich dadurch zusammenziehen. Auch die Tawara-Schenkel sind nötigenfalls zu langsamen Ersatzimpulsen fähig (zum sogenannten Kammerersatzrhythmus).

7 - Die Herzkranzgefäße

Wie aber wird das Herz selbst mit Sauerstoff und Substraten versorgt?

Hierzu gehen unmittelbar an der Auswurfklappe der großen Körperschlagader drei Blutgefäße ab. Dies sind die sogenannten Herzkranzgefäße (Coronarien, Koronargefäße), die als Schlagadern des Herzens das Herz etwa in Höhe der AV-Klappen ringförmig umziehen. Dieser Ring gibt in seinem Verlauf wiederum zahlreiche Gefäße ab, die immer kleiner werdend in die Muskelschichten des Herzens eindringen und als kleinste Haargefäße die Herzmuskelzellen bzw. auch die Knoten- und Leitungsbahnzellen versorgen.

Für das Verständnis der Krankheiten, die auf anderen Seiten angesprochen werden, ist wichtig, dass die Gefäßchen die Muskelschichten netzartig durchziehen, um sie zu versorgen.



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Auf gar keinen Fall darf sie als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder eine vom Arzt verschriebene Behandlung angesehen werden. Wenn Sie gesundheitliche Probleme haben, müssen Sie unbedingt den Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen und dessen Rat und Medikation umsetzen!


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